Wichteln ist schnell erklärt: Alle ziehen einen Namen, besorgen für diese Person ein Geschenk und verraten nicht, wen sie gezogen haben. Damit der Abend aber wirklich Spaß macht, braucht es ein paar klare Absprachen vorher. Hier findest du die Regeln, die sich bewährt haben, einen Ablauf in sechs Schritten und die Fehler, die eine Runde am häufigsten verderben.
Was Wichteln ist und wie es abläuft
Jede Person in der Gruppe beschenkt genau eine andere Person, und jede bekommt genau ein Geschenk. Wer wen beschenkt, entscheidet das Los. Das Geheimnis ist der Kern des Spiels: Erst bei der Bescherung, oder auch nie, erfährt man, von wem das Päckchen kommt. Der Vorteil gegenüber „alle beschenken alle“ liegt auf der Hand. Statt zehn Kleinigkeiten kauft jeder ein einziges Geschenk, und das darf dann ruhig etwas durchdachter sein.
Gewichtelt wird in der Familie, unter Freunden, im Verein, in der Schulklasse und sehr oft im Büro. Manche Gruppen spielen Varianten wie Schrottwichteln, bei dem man etwas Ungeliebtes aus dem eigenen Haushalt verpackt. Die Grundregeln unten passen auf alle Formen.
Wichteln organisieren in sechs Schritten
- Die Gruppe festlegen. Frag früh, wer mitmacht, und setz eine Frist für Zusagen. Wer nach der Auslosung noch dazukommt, bringt alles durcheinander, denn dann muss neu gezogen werden.
- Ein Budget vereinbaren. Ein fester Betrag pro Geschenk sorgt dafür, dass sich niemand mit seinem Päckchen schämt. Mehr dazu weiter unten.
- Ausnahmen klären. Paare, Geschwister oder Leute, die sich ohnehin beschenken, sollten sich nicht gegenseitig ziehen. Sammle diese Wünsche, bevor gelost wird.
- Auslosen. Am einfachsten mit unserem Wichtel-Generator: Wähle „Gemeinsam, jetzt sofort“, trag 3 bis 50 Namen ein, verbinde unter „Gibt es Paare?“ alle, die sich nicht ziehen sollen, und leg unter „Ein Budget pro Geschenk?“ einen Betrag fest oder wähle „Kein Budget“. Niemand kann sich selbst ziehen.
- Die Lose verteilen. Seid ihr zusammen, nimm „Handy herumgeben“: Jede Person tippt auf ihren Namen und hält den Knopf „Gedrückt halten“, um zu sehen, wen sie beschenkt. Seid ihr verstreut, nimm „Private Links“ und schick jeder Person ihren eigenen Link in den Gruppenchat.
- Termin und Ort der Bescherung festlegen. Sag gleich dazu, ob die Geschenke anonym auf einen Tisch kommen oder persönlich überreicht werden.
Welches Budget passt?
Es gibt keinen richtigen Betrag, nur einen, mit dem sich alle in der Gruppe wohlfühlen. Ein paar Anhaltspunkte:
- Im Büro eher niedrig ansetzen, denn Azubis und Führungskräfte wichteln mit demselben Betrag. Zehn bis fünfzehn Euro sind in vielen Teams üblich. Ideen dafür findest du beim Wichteln im Büro.
- In der Familie darf es mehr sein, gerade wenn das Wichteln die vielen Einzelgeschenke ersetzt. Sprecht offen darüber, nicht alle haben gleich viel Spielraum.
- In der Schulklasse sollten die Eltern mitreden. Ein kleiner Betrag oder ein selbst gebasteltes Geschenk passt am besten.
Wichtig ist, dass das Budget eine Obergrenze ist und keine Pflicht. Ein liebevoll ausgesuchtes Geschenk für sieben Euro schlägt fast immer einen Gutschein für zwanzig.
Paare und andere Ausnahmen
Paare wollen sich beim Wichteln meist nicht gegenseitig ziehen. Sie beschenken sich ohnehin, und das Überraschungsmoment fehlt, wenn man im selben Haushalt Päckchen versteckt. Dasselbe gilt oft für Eltern und kleine Kinder. In unserem Tool tippst du dafür unter „Gibt es Paare?“ nacheinander auf zwei Namen, schon ziehen sie sich nicht. Bei sehr vielen Ausnahmen in einer kleinen Gruppe kann es passieren, dass keine Auslosung mehr aufgeht. Dann sagt dir das Tool Bescheid, und du löst ein Paar auf oder nimmst mehr Leute dazu. Mehr dazu auf der Seite Wichteln mit Paaren.
Warum die Zettel aus der Mütze so oft schiefgehen
Der Klassiker ist eine Mütze mit Zetteln, aus der jeder einen Namen zieht. Das Problem: Ziemlich oft zieht jemand sich selbst. Mathematisch ist das gut untersucht, als Montmortsches Problem der fixpunktfreien Permutationen, das Pierre Rémond de Montmort schon 1708 beschrieben hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass niemand seinen eigenen Namen zieht, liegt bei vier Personen bei 37,5 %, bei fünf bei 36,7 % und ab etwa zehn Personen fast genau bei 36,8 %.
Umgekehrt heißt das: In knapp zwei von drei Runden zieht mindestens eine Person ihren eigenen Zettel. Dann wird neu gezogen oder heimlich getauscht, und beim Tauschen erfährt meist jemand, wer wen hat. Ein Generator löst das, weil er nur Zuordnungen erzeugt, in denen niemand sich selbst beschenkt, und zwar ohne dass irgendwer die ganze Liste sieht.
Typische Fehler beim Wichteln
- Kein Budget. Dann bringt eine Person eine Tafel Schokolade mit und die nächste eine Bluetooth-Box. Peinlich für beide.
- Zu spät auslosen. Wer erst am Wochenende vor der Feier erfährt, wen er beschenkt, landet im Gedränge an der Kasse. Zwei bis drei Wochen Vorlauf sind angenehm.
- Keine Hinweise. Gerade in großen Gruppen kennt man die gezogene Person kaum. Ein kurzer Wunschzettel hilft enorm. Unsere Variante mit Wunschzettel fragt nach ein paar Ideen pro Person und zeigt sie zusammen mit dem Namen an.
- Das Los verraten. Wer im Flur herumfragt, „Hast du etwa Jana?“, nimmt der Runde den Reiz. Bitte alle, das Los für sich zu behalten.
- Jemanden vergessen. Prüf die Namensliste, bevor du auslost. Eine Person nachträglich einzubauen heißt, alles neu zu ziehen.
Der Tag der Bescherung
Legt die Päckchen auf einen gemeinsamen Tisch, jeweils mit dem Namen der beschenkten Person, aber ohne Absender. Dann packt eine Person nach der anderen aus, und die Gruppe darf raten, wer der Wichtel war. Wer mag, löst am Ende auf, wer will, bleibt anonym. Plant für das Auspacken etwas Zeit ein, bei fünfzehn Leuten dauert es länger, als man denkt. Und falls jemand an dem Tag krank ist: Vereinbart vorher, ob das Geschenk später übergeben oder per Post geschickt wird.
Wenn ihr nicht am selben Ort feiert, könnt ihr die Geschenke auch verschicken und das Auspacken in einem Videocall machen. Tipps dafür gibt es beim virtuellen Wichteln.
Noch ein Hinweis zur Technik: Unser Wichtel-Generator lost direkt in deinem Browser aus, mit dessen kryptografischem Zufallsgenerator. Die Namen werden dabei nicht auf einen Server geschickt, und du brauchst kein Konto.
Aktualisiert am 3. November 2026