Lotto-Wahrscheinlichkeit erklärt: 6aus49, Eurojackpot und Co.

Woher die berühmten „1 zu 140 Millionen“ kommen, warum kleine Gewinnklassen so viel leichter sind und welche Lotto-Mythen der Rechnung nicht standhalten.

Hinter jedem Lottotipp steht eine Zahl wie „1 zu 139.838.160“. Das ist weder eine Schätzung noch Werbung, sondern die exakte Anzahl möglicher Tipps. Wer verstanden hat, wie diese Zahl zustande kommt, kann die Chancen jeder Lotterie selbst ausrechnen, sieht, warum die unteren Gewinnklassen so oft treffen, und erkennt die Mythen, die nicht stimmen. Dieser Ratgeber nutzt die aktuellen Spielregeln und Rechnungen, die du selbst nachprüfen kannst.

Kombinationen zählen: das Beispiel 6 aus 49

Bei Lotto 6aus49 kreuzt du 6 Zahlen von 1 bis 49 an. Wie viele verschiedene Tipps gibt es?

Die erste Zahl kann jede der 49 sein, die zweite jede der 48 übrigen und so weiter bis zur sechsten: 49 × 48 × 47 × 46 × 45 × 44. Die Reihenfolge spielt aber keine Rolle: 3, 17, 22, 30, 41, 44 ist derselbe Tipp wie 44, 41, 30, 22, 17, 3. Deshalb teilst du durch die Anzahl der Möglichkeiten, 6 Zahlen anzuordnen, also 6 × 5 × 4 × 3 × 2 × 1 = 720. Heraus kommen 13.983.816 Kombinationen, in der Mathematik „49 über 6“ genannt. Nur eine davon hat sechs Richtige.

Für die Gewinnklasse 1 muss zusätzlich die Superzahl stimmen, die Endziffer deiner Spielscheinnummer von 0 bis 9. Mal 10 ergibt 139.838.160. Sechs Richtige ohne passende Superzahl (Klasse 2) liegen bei 1 zu 15.537.573.

Eurojackpot: zwei getrennte Töpfe

Beim Eurojackpot kommen zwei Ziehungen aus getrennten Trommeln zusammen, deren Zahlen man multipliziert. 5 Zahlen aus 50 ergeben 2.118.760 Kombinationen, 2 Eurozahlen aus 12 ergeben 66 Paare. Zusammen: 139.838.160, zufällig genau so viele wie bei 6aus49 mit Superzahl.

LotterieHöchste Gewinnklasse
Lotto 6aus49 (6 Richtige + Superzahl)1 zu 139.838.160
Eurojackpot (5 + 2)1 zu 139.838.160
Swiss Lotto (6 + Glückszahl)1 zu 31.474.716
Lotto „6 aus 45“ in Österreich (6 Richtige)1 zu 8.145.060

Irgendeinen Gewinn gibt es bei 6aus49 etwa bei jedem 31. Tipp, beim Eurojackpot bei jedem 32. Die Seite jedes Spiels in unserem Generator zeigt alle Gewinnklassen einzeln.

Warum kleine Gewinnklassen so viel leichter sind

Für genau 3 Richtige müssen drei deiner Zahlen unter den 6 gezogenen sein und die anderen drei unter den 43 nicht gezogenen. Du zählst die Möglichkeiten für beide Teile und multiplizierst: 20 × 12.341 = 246.820 Tipps. Geteilt durch 13.983.816 ergibt das ungefähr 1 zu 57, noch ohne Superzahl.

Richtige (von 6)Treffende TippsChance
611 zu 13.983.816
52581 zu 54.201
413.5451 zu 1.032
3246.8201 zu 57
21.851.1501 zu 7,6

Zwei Richtige allein gewinnen bei 6aus49 nichts, erst mit passender Superzahl (Klasse 9). Deshalb landen fast alle Gewinne in den Klassen 8 und 9, die nur kleine Beträge auszahlen.

Was 1 zu 140 Millionen wirklich bedeutet

Große Zahlen sind schwer vorstellbar, also rechnen wir sie in Zeit um. Lotto 6aus49 wird zweimal pro Woche gezogen. Spielst du bei jeder Ziehung einen Tipp, wartest du im Schnitt etwa 1,3 Millionen Jahre auf die Gewinnklasse 1 und gut 134.000 Jahre auf sechs Richtige ohne Superzahl. Zehn Tipps machen den Gewinn genau zehnmal wahrscheinlicher, also 1 zu knapp 14 Millionen. Und für eine 50-Prozent-Chance in einer einzigen Ziehung müsstest du die Hälfte aller Kombinationen spielen: 69.919.080 verschiedene Tipps.

Auch Systemscheine ändern an dieser Rechnung nichts. Ein Vollsystem mit 7 angekreuzten Zahlen entspricht genau den 7 Tipps mit je 6 Zahlen, die darin stecken, und kostet entsprechend so viel wie 7 Tipps. Mit 8 Zahlen sind es schon 28 Tipps. Die Chance steigt also immer genau im gleichen Verhältnis wie der Einsatz.

Das heißt nicht, dass niemand gewinnt. Es werden Millionen Tipps abgegeben, also trifft irgendwann jemand. Für einen einzelnen Tipp bleibt der Jackpot aber extrem unwahrscheinlich.

Lotto-Mythen, die die Mathematik nicht stützt

  • „Diese Zahl ist lange nicht gekommen, jetzt ist sie dran.“ Kugeln haben kein Gedächtnis. Bei 6aus49 hat jede Zahl in jeder Ziehung dieselbe Chance von 6 zu 49 (rund 12,2 %), egal was vorher war.
  • „Heiße Zahlen kommen öfter.“ In ein paar hundert Ziehungen kommen manche Zahlen rein zufällig häufiger. Über die nächste Ziehung sagt das nichts.
  • „1, 2, 3, 4, 5, 6 kann nie gewinnen.“ Dieser Tipp hat genau dieselbe Chance wie jeder andere. Er sieht für uns nur weniger zufällig aus.
  • „Quicktipps gewinnen seltener.“ Ein zufälliger Tipp und ein selbst gewählter haben dieselbe Chance. Die Ziehung weiß nicht, wie ein Tipp entstanden ist.

Ein Mythos hat einen wahren Kern. Die Gewinne der oberen Klassen werden unter allen Gewinnern geteilt. Geburtstage (Zahlen bis 31) und hübsche Muster auf dem Schein spielen viele, im Gewinnfall würde der Betrag also durch mehr Leute geteilt. Zufällige Zahlen gewinnen nicht öfter, müssen aber seltener geteilt werden. Unser Lottozahlen-Generator zieht Tipps mit einem kryptografischen Zufallsgenerator, zum Spaß.

Spielen zum Vergnügen, mit festem Budget

Lotterien schütten nur einen Teil der Einsätze wieder aus, über die Zeit verlieren die Spieler insgesamt also Geld. Sieh einen Tipp als Preis für ein bisschen Träumen, leg einen Betrag fest, den du gern ausgibst, und versuch nie, Verluste zurückzuholen. Wenn das Spielen keinen Spaß mehr macht, sprich mit einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle für Glücksspielsucht.

Aktualisiert am 4. November 2026

Fragen

Wie hoch ist die Chance auf sechs Richtige im Lotto?

1 zu 13.983.816 pro Tipp, so viele Kombinationen von 6 aus 49 gibt es. Mit passender Superzahl, also für die Gewinnklasse 1, sind es 1 zu 139.838.160.

Wie wahrscheinlich ist ein Gewinn beim Eurojackpot?

Die Gewinnklasse 1 (5 + 2) trifft mit 1 zu 139.838.160: 2.118.760 Kombinationen von 5 aus 50 mal 66 Eurozahlen-Paare. Irgendeinen Gewinn gibt es etwa bei jedem 32. Tipp.

Haben Quicktipps schlechtere Chancen?

Nein. Ein Quicktipp hat genau dieselbe Chance wie ein selbst gewählter Tipp. Er meidet nur Geburtstage und Muster, die viele spielen, und damit das Teilen eines Gewinns.

Gibt es Glückszahlen, die öfter kommen?

Nein. Bei einer fairen Ziehung hat jede Zahl jedes Mal dieselbe Chance. Unterschiede in früheren Ziehungen sind Zufall und sagen die nächste Ziehung nicht voraus.